On-Premise GLT: Warum Gebäudeleittechnik nicht in die Cloud gehört
Cloud-First ist der Default vieler Softwareprojekte. Für Gebäudeleittechnik (GLT) und SCADA-Systeme gilt das fast nie. Wenn Heizkraftwerke, RLT-Anlagen und Notlicht-Systeme von einem Dashboard gesteuert werden, entscheiden Verfügbarkeit, OT-Sicherheit und Netztrennung — nicht der niedrigste Cloud-Preis.
Animus Industries GLT ist unser Antwortmuster: modernste Web-Technologie, aber bewusst On-Premise auf dem Industrie-PC.
Warum nicht Cloud?
| Anforderung | Cloud-SaaS | On-Premise GLT |
|---|---|---|
| OT-Netz-Anbindung (Modbus, BACnet) | Firewall-Albtraum | Direkt im LAN |
| Ausfall bei Internet-Störung | System tot | Lokal weiter lauffähig |
| Compliance & Audit | Daten in fremder Region | Volle Datenhoheit |
| Latenz für Alarme | 50–200ms+ | Sub-ms lokal |
Facility Manager und Integratoren erwarten: Das System läuft, auch wenn das Internet nicht läuft.
Architektur auf dem IPC
Die GLT ist eine getrennte Zwei-Schicht-Architektur auf Ubuntu-Industrie-PCs:
- Frontend: Next.js 16 (React 19), Port 3005 — SCADA, Grundriss, Kiosk
- Backend: Node.js 20 + Express 5, Port 3001 — REST, Socket.io, Logic-Engine
- Persistenz: SQLite 3 mit WAL-Mode — Konfiguration, Historie, Audit
- Betrieb: PM2 + systemd — Auto-Boot, Prozessüberwachung
flowchart LR
Browser -->|HTTP + WebSocket| FE[Next.js :3005]
FE -->|REST JWT| BE[Express :3001]
BE --> DB[(SQLite)]
BE --> OT[Modbus / BACnet / MQTT / OPC UA]
BE -->|state_update| Browser
Logic-Engine & Echtzeit
Alle Live-Daten laufen über eine Logic-Engine mit 2-Sekunden-Tick: Simulation, CFC-Frostschutz, Alarme und Integrationsdaten werden zentral berechnet und per Socket.io an alle Clients gepusht. Kein Polling, kein Cloud-Roundtrip.
Deployment-Paket statt Handarbeit
Entwicklung in Animus-Industries-GLT, Auslieferung über Animus-Industries-GLT-Final mit install-glt.sh: UFW, PM2, Build — reproduzierbar auf jedem IPC. Dokumentation in sechs Phasen (Benutzer-, Admin-, Technik-Handbuch) mit 117 UI-Screenshots.
Modern ≠ Cloud
Der Fehlschluss vieler Anbieter: „Modern" bedeutet „in die Cloud". Unser Gegenbeweis: Dark-Mode-Dashboard, interaktive Gebäudekarte über neun Etagen, SCADA-Editor, Kiosk-Terminals und Haystack-Explorer — alles im Browser, alles lokal.
Fazit
On-Premise ist keine technische Rückständigkeit, sondern eine bewusste Architekturentscheidung für kritische Infrastruktur. Mit Next.js und Node.js bekommen Anlagenbetreiber die UX einer B2C-App — ohne die Daten in fremde Rechenzentren zu geben.
→ Case Study: Animus Industries GLT
