2026-07-127 min Lesezeit

On-Premise GLT: Warum Gebäudeleittechnik nicht in die Cloud gehört

A
Animus Digital
Software Engineer

Cloud-First ist der Default vieler Softwareprojekte. Für Gebäudeleittechnik (GLT) und SCADA-Systeme gilt das fast nie. Wenn Heizkraftwerke, RLT-Anlagen und Notlicht-Systeme von einem Dashboard gesteuert werden, entscheiden Verfügbarkeit, OT-Sicherheit und Netztrennung — nicht der niedrigste Cloud-Preis.

Animus Industries GLT ist unser Antwortmuster: modernste Web-Technologie, aber bewusst On-Premise auf dem Industrie-PC.

Warum nicht Cloud?

Anforderung Cloud-SaaS On-Premise GLT
OT-Netz-Anbindung (Modbus, BACnet) Firewall-Albtraum Direkt im LAN
Ausfall bei Internet-Störung System tot Lokal weiter lauffähig
Compliance & Audit Daten in fremder Region Volle Datenhoheit
Latenz für Alarme 50–200ms+ Sub-ms lokal

Facility Manager und Integratoren erwarten: Das System läuft, auch wenn das Internet nicht läuft.

Architektur auf dem IPC

Die GLT ist eine getrennte Zwei-Schicht-Architektur auf Ubuntu-Industrie-PCs:

  • Frontend: Next.js 16 (React 19), Port 3005 — SCADA, Grundriss, Kiosk
  • Backend: Node.js 20 + Express 5, Port 3001 — REST, Socket.io, Logic-Engine
  • Persistenz: SQLite 3 mit WAL-Mode — Konfiguration, Historie, Audit
  • Betrieb: PM2 + systemd — Auto-Boot, Prozessüberwachung
flowchart LR
  Browser -->|HTTP + WebSocket| FE[Next.js :3005]
  FE -->|REST JWT| BE[Express :3001]
  BE --> DB[(SQLite)]
  BE --> OT[Modbus / BACnet / MQTT / OPC UA]
  BE -->|state_update| Browser

Logic-Engine & Echtzeit

Alle Live-Daten laufen über eine Logic-Engine mit 2-Sekunden-Tick: Simulation, CFC-Frostschutz, Alarme und Integrationsdaten werden zentral berechnet und per Socket.io an alle Clients gepusht. Kein Polling, kein Cloud-Roundtrip.

Deployment-Paket statt Handarbeit

Entwicklung in Animus-Industries-GLT, Auslieferung über Animus-Industries-GLT-Final mit install-glt.sh: UFW, PM2, Build — reproduzierbar auf jedem IPC. Dokumentation in sechs Phasen (Benutzer-, Admin-, Technik-Handbuch) mit 117 UI-Screenshots.

Modern ≠ Cloud

Der Fehlschluss vieler Anbieter: „Modern" bedeutet „in die Cloud". Unser Gegenbeweis: Dark-Mode-Dashboard, interaktive Gebäudekarte über neun Etagen, SCADA-Editor, Kiosk-Terminals und Haystack-Explorer — alles im Browser, alles lokal.

Fazit

On-Premise ist keine technische Rückständigkeit, sondern eine bewusste Architekturentscheidung für kritische Infrastruktur. Mit Next.js und Node.js bekommen Anlagenbetreiber die UX einer B2C-App — ohne die Daten in fremde Rechenzentren zu geben.

→ Case Study: Animus Industries GLT